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Heinrich Vogeler

Bremen 1872 - Karaganda/Kasachstan 1942


Heinrich Vogeler wird am 12. Dezember 1872 in Bremen geboren. Während seines Studiums an der Kunstakademie in Düsseldorf 1890-1895 führen ihn zahlreiche Studienreisen nach Belgien und Italien. Im Jahr 1894 schließt sich Vogeler der Künstlervereinigung Worpswede an. 1895 kauft er den dortigen "Barkenhoff".
Auf seinen Reisen nach Dresden und Florenz lernt er Rainer Maria Rilke kennen, der ihn auffordert, an der Publikation der "Insel" mitzuarbeiten. Es entsteht eine feste Zusammenarbeit mit den "Insel"-Publikationen und weitere Illustrationsaufträge sowie kunstgewerbliche Arbeiten.
Nach seiner Hochzeit mit Martha Schröder im Jahr 1901 arbeitet Vogeler an der Ausgestaltung der Güldenkammer im Bremer Rathaus, die er 1905 fertigstellt.
Ein Jahr später bricht Vogeler zu einer Seereise nach Ceylon auf, von der er sich eine Linderung seines Augenleidens erhofft. Während einer weiteren Reise nach Lodz studiert er intensiv das Werk Maxim Gorkis, das Vogeler dazu bringt, Partei für die Arbeiterklasse zu ergreifen. Seine Besuche in den Elendsvierteln von Glasgow und Manchester verstärken sein Engagement noch mehr.
So gründet er 1908 mit seinem Bruder die "Worpsweder Werkstätte" für Möbelbau, doch schon kurze Zeit später trägt sich Vogeler mit dem Gedanken, auszuwandern, da die Verkäufe der Werkstätten gering bleiben und auch seine Ehe problematisch ist.
Doch der Kriegsausbruch 1914 veranlasst Vogeler, sich als Kriegsfreiwilliger zu melden. 1915 wird Vogeler an die Ostfront berufen und arbeitet dort im Auftrag der Armee als Zeichner. Während dieser Zeit kommt Vogeler mit den Ideen der Bolschewiki in Berührung. Dies lässt sein Friedensengagement wieder erstarken und er sendet 1918 einen Appell zur Beendigung des Krieges an den Kaiser.
Die Reaktion des Kaisers ist allerdings, dass er Vogeler in eine Irrenanstalt nach Bremen bringen lässt und aus der Armee ausschließt.
Nach der Novemberrevolution gründet Vogeler in seinem Anwesen, dem "Barkenhoff" die erste deutsche Künstlerkommune, die allerdings scheitert. So übergibt Vogeler einen Hof der Roten Hilfe, die dort ein Erholungsheim für Kinder politisch Verfolgter einrichtet.
1931 geht Vogeler mit seiner zweiten Frau, Sonja Marchlewska, in die Sowjetunion. Allerdings überschaut Vogeler nicht die politische Entwicklung und wird 1941 bei der Annäherung der deutschen Truppen vor Moskau zusammen mit anderen Emigranten nach Kasachstan deportiert, wo er 1942 verstirbt.
In Heinrich Vogelers Werk vollzieht sich die Wandlung eines der führenden Vertreter des Jugendstils mit seiner kostbaren Malkultur und stilisierten Idyllik hin zum Schaffenden und Propagandisten des sozialistischen Realismus.


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